Schizophrenie

Schizophrenie

Die typischen Kennzeichen der Schizophrenie

Störung des Denkens

Unterhaltungen mit Betroffenen sind oft dadurch gekennzeichnet, dass kein logischer Aufbau und Zusammenhang besteht. Hinzu kommt häufig, dass der Satzbau falsch ist und die Sprache durch bruchstückhaftes Sprechen oder Wortfetzen geprägt ist.

Typisch für die Erkrankten ist, dass sie oft zwischen Phasen von völliger Zerstreutheit und geordnetem Denken und Reden wechseln.

Störungen in der Gefühlswelt

Am Anfang der Erkrankung entsteht beim Patienten Angst. Diese entsteht durch die Veränderungen, die in der nun erfahrenen Persönlichkeitsänderung, erlebt werden. Dadurch wirkt der Betroffene feindselig und misstrauisch.

An Schizophrenie erkrankte Menschen sind oft traurig, bedrückt, haben wenig Lebensfreude und leiden unter einer Antriebsverminderung. Oft spielen die Betroffenen eine vermeintlich gute Laune, die dann aber sehr übertrieben, oberflächlich und distanzlos wirkt.

Wahn und Halluzinationen

Halluzinationen können alle Sinne betreffen. Einige Patienten hören Stimmen (Fluchen, Drohen, Kommentieren von Handlungen,...) oder nehmen Gerüche wahr die real gerade nicht existieren (z.B. Feuer).

Oft fühlen sich Betroffenen verfolgt, glauben sie werden vergiftet, oder fühlen sich von anderen Menschen oder Mächten beeinflusst.

Störungen der Motorik

Einige Patienten leiden unter ausgeprägtem Bewegungsverharren oder Katalepsie. Oft liegt auch eine Störung in der Mimik und Gestik vor.

Ursachenforschung

(Es wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen um die Krankheit auszulösen)

Vererbung

Vermutlich wird die Wahrscheinlichkeit an einer Schizophrenie zu erkranken höher, wenn in der Familie die Krankheit schon einmal aufgetreten ist. Nach heutigem Wissen können genetische Faktoren aber nicht allein die Krankheit auslösen.

Stresserlebnisse/ Belastungen

Oft waren die Patienten einer außergewöhnlichen Belastung ausgesetzt bevor die Krankheit ausbrach. Dies können aber sowohl negative als auch positive Ereignisse im Leben sein (z.B. Arbeitsplatzverlust, Schwangerschaft/ Geburt, Ausbildungsbeginn, Heirat, Trennungserlebnis,...)

Stoffwechselstörungen im Gehirn

Es wird vermutet, dass ein Überschuss des Neurotransmitterstoff Dopamin im Gehirn vorliegt. Begründet wird diese Vermutung dadurch, dass Dopaminblockierer eine antipsychotische Wirkung bei den Patienten auslösen.

Verschiedene Formen der Schizophrenie (die Übergänge sind oft fließend)

Hebephrene Form

Beginn: frühes Erwachsenenalter

Störungen des Gefühlslebens,  des Denkens und im Kontakt zu anderen.

Manierismen (Sprache, Mimik und Gestik sind betroffen)

Paranoid- halluzinatorische Form

Beginn: zwischen 30. und 40. Lebensjahr

Auftreten von Wahn und Halluzinationen.

Die Persönlichkeit ändert sich in der Regel nicht.

Schizophrenia simplex

Langsam beginnend und meistens ohne (oder nut mit wenig) Wahn und Halluzinationen. Die Patienten sind antriebslos, ihre Leistungen nehmen ab und sie verlieren an Kontakfreude. Die Erkrankten werden oft autistisch.

Katatone Form

Es liegt eine Störung der Psychomotorik vor. Geprägt ist diese Form durch plötzliches Auftreten eines Stupors (Bewegungslosigkeit) oder eines starken Erregungszustandes. Weitere Symptome sind Manierismus (bizarres Verhalten in Sprache, Mimik, Gestik), Stereotypien und Katalepsie (Bewegungsarmut).

Die Behandlung von Menschen mit Schizophrenie

Da die Ursachen der Krankheit noch nicht endgültig geklärt sind werden weitgehend nur die Symptome der Krankheit behandelt!

Medikamentöse Behandlung

Hochpotente Neuroleptika: diese wirken gegen Wahn, Denkstörungen und Halluzinationen (z.B. Haldol, Risperdal,...)

Niederpotente Neuroleptika: diese wirken beruhigend und dämpfend bei starker innerer Erregung (z.B. Truxal, Neurocil,...)

Benzodiazepine: wirken vorübergehend bei Angst- und Unruhezuständen (z.B. Tavor)

Psychotherapeutische Behandlung

z.B. Verhaltenstherapie, Musiktherapie,...

Nach der Ersterkrankung sollten die Patienten ca. 2 Jahre medikamentös in Behandlung sein. Bricht die Krankheit wiederholt auf ist ein mindestens 5 jähriger Behandlungszeitraum angemessen.